Schnitzereien

Schnitzereien im Garten

Schnitzereien im Garten

Schnitzereien im Garten können nicht nur bildschön aussehen, sondern auch eine magische, naturnahe Atmosphäre schaffen. Ihre unvergleichlich naturnahe Authentizität sorgt dafür, dass sich die Gartenanlage, von Figuren und Gegenständen diverser Art belebt, in ein wahres Märchengelände verwandelt. Dabei muss als Material nicht unbedingt Holz dienen (obschon es zweifelsohne am populärsten ist). Auch andere, weniger offensichtliche Varianten, wie z.B. Kürbis, gehören zur faszinierenden Welt der Schnitzereien.

Im folgenden Beitrag machen wir Sie mit diesem Thema etwas näher bekannt und erzählen über verschiedene Möglichkeiten, die man beim Schnitzen zur Auswahl hat. Neben den allgemeinen, sachlich orientierten und zum Großteil historischen Informationen bekommen Sie ebenfalls praktische (und hoffentlich brauchbare) Tipps, wie man den Gartenraum entsprechend dekorieren oder völlig verzaubern kann. Denn bei Schnitzereien im Garten werden jegliche Grenzen zwischen Dekos und Kunst sehr fließend. Zum Lesen und Ausprobieren!

Schnitzereien aus Holz

Obwohl es, wie wir demnächst zeigen, mehrere Arten von Schnitzkunst gibt, gehören die Schnitzereien aus Holz zu den geläufigsten. Dies nimmt kein Wundern, weil Holz als das fürs Schnitzen am besten geeignete Material gilt. Was allerdings nicht bedeutet, dass es keine anderen Optionen gibt. In diesem Kapitel konzentrieren wir uns aber auf Holz.

Die Geschichte der Holzschnitzereien ist beinahe so lang wie die Kunstgeschichte allgemein. Als den ältesten holzgeschnitzten Fund bezeichnet man das sog. Holz-Idol aus dem Schigir-Moor (bekannt auch als Schigir-Idol). Diese aus dem Lärchenholz geschnittene Figur, ordnen die Experten dem Mesolithikum, genauer gesagt, dem 8. Jh. v. Ch., zu. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um eine menschenähnliche Gottheit in Form eines, nach heutigen Maßstäben, ziemlich grob bearbeiteten Holzstammes.

Im Laufe der weiteren Menschheitsentwicklung hat die Holzschnitzerei ihre ursprüngliche rituelle Bedeutung teilweise verloren und wurde zu einer der populärsten Dekorationen von alltäglichen Haushaltsgegenständen. Es tauchten neue Techniken auf, die durch den Einsatz innovativer Werkzeuge konsequent bereichert wurden.

Obwohl Schnitzereien aus Holz beinahe seit immer einen festen Bestandteil des menschlichen Lebens bildeten, sind größere Schnitzwerkstätte und Artels im Abendland erst im Spätmittelalter entstanden. So wurde die Holzschnitzerei zu einem europaweit verbreiteten Volkshandwerk. Erfahrene und renommierte Schnitzler schmückten königliche Paläste sowie sakrale Bauten wie etwa Tempel und Kathedralen, aber auch Privathäuser adliger Menschen.
In gewisser Hinsicht ist eine in Holz geschnitze Figur bzw. Ein Holzdesign anspruchsvoller als die Arbeit mit Marmor, weil Holz viel empfindsamer ist, wenn es auf diverse Außenwirkungen ankommt. Daher kann das Endresultat für eine unerfahrene Person auch nicht zufriedenstellend sein. Die goldene Regel gilt also: fangen Sie mit den einfachsten, gar primitiven Formen an. Schließlich liegt es uns ja daran, unseren Garten bzw. Wohnraum zu verzieren. Es sei denn, Sie sind gerade dabei, ein zweiter Riemenschneider werden (weltbekannter deutscher Bildschnitzer- und Hauer der Spätgorik und Renaissance). Dann brauchen Sie aber diesen Artikel nicht zu lesen 🙂

Schnitzereien
Aus Liebe zum Schnitzen

Holzschnitzereien für Anfänger

Zu den evidenten Vorteilen der holzgeschnitzten Figuren und Gegenständen gehören:

  • entzückendes, edles und zugleich naturnahes Aussehen;
  • vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und diverse Holzarten, die man beim Schnitzen verwenden kann;
  • universelle Benutzung, sei es als Verzierungselement oder zu den tagtäglichen Zwecken (Tische, Stühle usw.).

Freilich sind mit der Holzschnitzerei auch gewisse Schwierigkeiten verbunden. Erstens ist es generell nicht leicht, eine wirklich eindrucksvolle Figur aus Holz zu schneiden. Man braucht Erfahrung, Vorwissen und außerdem viel Geduld. Manche Holztypen haben eine Tendenz zum Reißen oder leiden mehr als die anderen unter der Beschädigung durch Insekten bzw. durch ungünstige Wetterbedingungen. Dies alles sollte man mitberechnen, wenn man die Geheimnisse der Schnitzkunst vertiefen möchte.

Es gibt aber auch Holzschnitzereien für Anfänger, die wesentlich zugänglicher sind und in der Gartenausstattung immer wieder Anwendung finden. Normalerweise beginnt man mit dem sog. „geometrischen Schnitzen“. Wie die Bezeichnung selbst besagt, geht es dabei um einfache geometrische Formen wie beispielsweise Vier- oder Dreiecke, Kreise usw. Diese können erfolgreich als Dekorationen von Möbeln und Haushaltsgegenständen dienen. Die älteste und gebräuchlichste Weise ist das keilförmige Schnitzen mit dreiflächigen Kerben. Zur Ausführung sind eigentlich nur zwei Elemente nötig: ein Holzstück und ein Messer. Praktisch wäre aber auch ein Bleistift und Lineal.

Beachten Sie unbedingt die wichtigsten Sicherheitsregeln. Die linke Hand sollte sich z.B. nicht vor dem Schneidezahn befinden. Lassen Sie sich nicht ablenken und seien Sie, bitte, beim Schneiden möglichst aufmerksam.

Schrank mit Schnitzereien

Hat man das ABC der geometrischen bzw. Konturschnitzerei beherrscht, so wird es wesentlich leichter sein, mit etwas komplizierteren Schnitzformen, wie etwa ein Schrank mit Schnitzereien, anzufangen. Dies muss nicht unbedingt so schwierig sein, wie es vielleicht scheint. Selbstverständlich verlangt es bestimmte Fertigkeiten, über die man ganz einfach verfügen sollte, um einem unbearbeiteten Holzbrett gewünschte Formen zu verleihen.
Eine alternative Methode wäre es, die Holzschnitzerei nachzuahmen. Ein derartiges „Scheinschnitzen“ kann man, falls der Wunsch und die Arbeitslust groß genug sind, binnen einer Stunde verwirklichen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist:

  • Zierputz;
  • 1,5 mm dicke Serviette zum Anfertigen einer Schablone;
  • mittelgroßer Gummispatel;
  • Acryl-Kunstfarben;
  • Acryllack oder Wachs.

Schablonenbilder in verschiedensten Varianten lassen sich problemlos im Internet finden. Beinahe jedes Originalmuster wird ausreichen. Zu beachten seien vor allem die verbindenen Elemente, damit die Schablone beim Ausschneiden nicht in einzelne Fragmente zerfällt. Der Verlauf des ganzen Arbeitsprozesses sieht ungefähr folgenerweise aus:

  • die Zeichnung auf eine Plasktikserviette auftragen;
  • diese dann vorsichtig mit einem Steckbrett-Messer bzw. Einer kleinen Schere entlang der Kontur ausschneiden;
  • den Zierputz vorbereiten und ihm mithilfe künstlicher Acrylfarben den gewünschten Farbton geben;
  • die Holzoberfläche der Schranktür entfetten und mit feinem Schleifpapier leicht anschleifen;
  • danach die Oberfläche mit einem feuchten Tuch vom Staub reinigen;
  • die Schablone mit Klebeband auf der Holzoberfläche befestigen;
  • mit einem Gummispachtel sorgfältig Gips auftragen;
  • gleich danach, ohne abzuwarten, die Schablone entfernen (falls dabei kleine „Schwänze“ entstehen, lassen sie sich beim Schleichten leicht entfernen);
  • nach dem Abtrocknen das Muster polieren (eine gewisse Unebenheit ist sogar wünschenswert, weil sie das handschnitzen imitiert);
  • indem man z.B. mit einem Pinsel dünne vertikale Linien in dunkler Farbe aufträgt, kann man den Effekt einer Textur natürlicher Eiche erreichen;
  • abschließend die gesamte zu dekoriende Fläche mit Acryllack bzw. farblosem Wachs überziehen (nicht zu bergessen, die Fläche danach mit einem Wolltuch zu polieren).

Auf diese Weise können Sie fast alle Gegenstände dekorieren: Schranktüren, Holzrahmen, also praktisch jedes Möbelstück. Am besten eignet sich dafür allerdings eine Fläche mit ausgeprägter Baumstruktur.

Tisch mit Schnitzereien

Ein Tisch ist mehr als nur ein Möbelstück. Seine symbolische Bedeutung als gemütliche Ecke für ein Familien- oder Freundetreffpunkt, Arbeitsgegenstand bzw. Aufbewahrungsort reicht bis an die ältesten Zeiten. Das Erscheinen erster Tafeln, die für solche Zwecke dienten, schreibt man den alten Ägyptern zu. Interessanterweise galt schon damals die Unterteilung in Ess- und Schreibmöbel, obschon die großen, dekorierten Tische vorerst als überflüssige Luxusgegenstände betrachtet wurden.

Ein hözerner Tisch mit Schnitzereien kann nicht nur als Dekoration das Auge erfreuen, sondern auch eine praktische Anwendung als geschnitzer Esstisch (z.B. im Loft-Stil) finden. Die dafür benutzten Holzarten sind sehr verschieden sein. Eine sehr edle und wunderschön aussehende Lösung ist z.B. massives Nordkieferholz.
Ein solcher Holztisch ist sowohl langlebig und zuverlässig als auch ästhetisch einwandfrei und für jahrzentelangen Gebrauch vorausgesehen. Man kann ihn im Wohnzimmer oder auch im Interieur eines Cafes bzw. Restaurants, aber ebenfalls im Garten (am besten unter einer Bedachung) platzieren.

Kürbis schnitzen Anleitung

Wie wir schon am Anfang dieses Artikels bemerkt haben, heißt Schneiden nicht unbedingt Holzschnitzerei. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Schnitzereien aus anderen Materialien.

Zu einer der populärsten zählt die Kürbisschnitzerei, die besonders in der Halloween-Zeit überall zu sehen ist. Auf mehreren Webseiten kann man für Kürbis schnitzen Anleitung finden, deshalb begrenzen wir uns hier nur auf die allerwichtigsten Aspekte davon.

  • In erster Linie sollte man einen festen, unbeschädigten Kürbis finden.
  • Danach sind die Kürbiskerne sowie das Fasergewebe aus dem Kürbisinneren zu entfernen. Bei einem komplexeren Bildnis wären mehrere Messer in verschiedenen Größen empfehlenswert. Dafür brauchen Sie ein scharfes Messer, wobei die „Innenreinigung“ des Kürbisses auch mithilfe eines Löffels erfolgen kann.
  • Haben Sie den Eindruck, die Kürbiswände seien etwas zu dick, sollten Sie ein bisschen mehr Gewebe aus dem Inneren wegkratzen.
  • Zeichnen Sie auf den#r Kürbisoberfläche dreieckige bzw. Runde Augen und eine ebenfalls dreieckige Nase, einen in Form eines Lächelns gedehnten Mund sowie paar Zähne.
  • Schneiden Sie die entsprechenden Kürbisteile nach den präzise gezeichneten Linien aus.
  • Wenn der „Kürbiskopf“ als eine Lampe funktionieren soll, sollte man darin eine oder mehrere Kerzen stellen und anzünden.

Geschnitzten Kürbis haltbar machen

Eine in diesem Kontext oft gestellte Frage lautet: Wie kann ich den geschnitzen Kürbis haltbar machen? Um dies zu erreichen, sollte man vor allem eine optimale Form des Kürbisses wählen. Am besten eignet sich ein runder, dabei aber weit gedehnter Kürbis, dessen ursprüngliche Haltbarkeit gut genug ist, um auf beliebiger Fläche – Treppe, Fensterbrett, Tisch usw. – stabil zu bleiben.

Schnitzereien aus Kürbis können, insbesondere im Familienkreis, ein Riesenspaß sein und den Kindern sowie ihren Eltern viel Freude bereiten. Erwähnenswert ist, dass Kürbislampen mit künstlichem Licht, länger halten. Andererseits sehen echte Kerzen sttraktiver aus, weil das Licht drinnen gleich einer glimmenden Glut geheimnisvoll flackert.

Kürbis Schnitzereien
So entsteht eine Kürbislampe