Englischer Garten

Englischer Garten Eigenschaften

Es ist kein Geheimnis, dass Englischer Garten Eigenschaften aufweist, die im ganz Europa, ja gar auf der ganzen Welt ihresgleichen suchen. Diese Art und Weise der Garteneinrichtung gehört nämlich, neben dem Französischen Garten, zu den absoluten Highlights der Gartenkultur.

Was sollte man also wissen, um einen richtigen Englischen Garten am eigenen Grundstück zu errichten? Worauf sei es zu achten, welche Ratschlägen bzw. Warnungen könnte man dabei berücksichtigen? Diese und ähnliche Fragen berühren wir im folgenden Artikel. Und wünschen Ihnen eine angenehme wie fruchtbare Lektüre!

Englischer Garten

Was ist nun ein klassischer Englischer Garten? Worin besteht seine Außergewöhnlichkeit und wofür ist er überall so beliebt? Machen wir erstmal einen kurzen Ausflug in die Geschichte.

Die Popularität der englischen Gärten beginnt seit dem 18 Jh. europaweit zu wachsen. Diese Gartenanlagen zeichneten sich durch poetische Landschaften, zarte Farbenpalette und etwas fließende Struktur. Zu den Autoren bzw. Ideengebern des neuen Stils zählen der Künstlerarchitekt William Kent und der königliche Gärtner Charles Bridgeman. Dabei haben sie sich von den antiken römischen Parks sowie den klassizistischen Pleinairs inspirieren lassen.

Blitzschnell hat diese Form des Gartenarrangements einen besonderen Platz im Landschaftsdesign eingenommen. Zwar geht es dabei um eine ziemlich traditionalistisches, ja konservatives Umgehen mit der Natur- und Pflanzumgebung. Es ist Großbritannien jedoch gelungen, damit einen völlig einzigartigen und charakteristischen Stil herauszuarbeiten. Englischer Garten heißt somit zugleich Tradition und Innovation, bleibt einerseits klassisch und andererseits stets im Trend. Kennzeichnend sind dabei folgende Merkmale:

  • gekonnte, stilvolle Kombination von Pflanzen und deren Platzierung bzw. Gestaltung;
  • bis auf kleinste Details durchdachte Struktur des Gartens;
  • naturnahes Aussehen, das ein Harmonie- und Ruhegefühl schafft.

Zu viel Künstlichkeit, im Sinne vom menschlichen Einfluss, ist hier nicht erwünscht. Das Gartengelände sollte einen zwar geschmackvollen, aber vor allem natürlich gestalteten Freiraum, der so aussieht, als bliebe er von Menschenhand kaum berührt.

Englische Gärten

Englische Gärten zeichnen sich durch mehrere dekorative Naturelemente aus, darunter:

  • malerische Haine;
  • kleine Hügel;
  • mäandrierende Flüsse.

Hinzukommen können auch solche typischen Gartenartefakte wie etwa eine Laube, Pergola oder eine schöne Skulptur.

Respekt vor der Natur bedeutet jedoch keineswegs, dass Englischer Garten nach dem Lass-das-sein-Prinzip angelegt ist. Im Gegenteil handelt es sich dabei um ein ziemlich rigoroses System, bei dem die Pflanzenfarben sowie die Höhe von Sträuchern und Bäumen genau angepasst sind. Ein Englischer Garten ist also kein wildwachsendes Grundstück, sondern eher ein romantisch angehauchtes Bildnis im pastoralen Stil. Er bildet den perfekten Hintergrund für lange, entspannte Spaziergänge, Gespräche mit den Nächsten und Freunden oder aber in kontemplativer Stille.

Möchten Sie den Garten im englischen Stil auch beleuchten, so wären jegliche avantgardistischen Lösungen da fehl am Platz. Benutzen Sie dafür klassische Laternen bzw. kugelförmige Lampen, die entlang der Erholungsgebiete installiert sind. Das Licht sollte nicht grell, sondern weich und etwas diffus wirken.

Englische Gärten anlegen

Indem man einigen einfachen Ratschlägen folgt, kann man auf den Grundstücken Englische Gärten anlegen, die genauso effektvoll aussehen wie diejenigen in Großbritannien. Hier ein paar Tipps für die Gestaltung eines anspruchsvoll aussehenden Englischen Gartens:

  • Sehr bedeutend ist die Auswahl der Pflanzen. Diese sollten sich nämlich im europäischen Klima wohl fühlen. Nicht empfehlenswert sind z.B. Buchsbäume, Eiben oder Buchen, d.h. wärmeliebende Pflanzarten, die keinen kalten Winter ertragen. Falls Sie sich jedoch für ein solches Experiment entscheiden, vergessen Sie nicht, für eine ordentliche Winterbedeckung zu sorgen.
  • Für einen Gartenpfad eignen sich am besten natürliche Materialien, also Steinplatten bzw. Flachsteine. Beim Planen eines Parkplatzes kann man einen dekorativen Kies verwenden, um das Technische mit dem Natürlichen zu vereinen.
  • Will man Englische Gärten anlegen, so seien Hecken zu bevorzugen. Sie begrenzen nämlich nicht die Sicht auf die Landschaft, werten dabei das Erscheinungsbild des Gartens enorm auf.
  • Bänke, Tische und auch Miniaturpavillons sowie ein kleiner Teich werden Ihren Englischen Garten ebenfalls ganz großartig schmücken.

Nicht zuletzt spielt auch Ihr Haus eine bedeutende Rolle. Dessen Fassade könnten Sie beispielsweise mit Wildtrauben oder Kletterefeu dekorieren. Die in der Nähe des Hauses gepflanzten Blumen- bzw. Mischbeete machen einen durchaus schönen Eindruck.

Garten Englischer Stil

Damit Ihren Garten Englischer Stil kennzeichnet, sollten Sie sich in erster Linie um Ordentlichkeit kümmern. Denn dies ist das Schlüsselwort bzw. das Hauptkonzept des typisch englischen Stils. Abgebrochene bzw. abgefallene Äste von Büschen und Bäumen seien also möglichst schnell zu entfernen, ebenfalls wie die ausgetrockneten Knospen.

Zwar ist der Englische Garten eine Menschenschöpfung, aber sein Aussehen sollte dies keineswegs unterstreichen, sondern vielmehr verbergen. Eine Gartenanlage im englischen Stil bildet auf den ersten Blick die Erweiterung der natürlichen Landschaft. Doch eben diese scheinbare Schlichtheit, dieser gekonnte Als-Ob-Effekt ist genau das Schwierigste daran.

Um dies zu erzielen, sollte man die klassische Park- bzw. Gartenästhetik aufbewahren sowie das Gleichgewicht zwischen der kunstvollen Noblesse der Gartenkunst und der Wildnis natürlicher Tierwelt beibehalten. Ein gut entwickeltes Maßgefühl ist also sehr wichtig. Wenn Sie Ihren Englischen Garten zusätzlich dekorieren möchten, so empfiehlt es sich, eher an natürliche Methoden zu greifen. Zum Beispiel könnte man Trinkschalen für Vögel und Kleintiere einsetzen.

Englischer Gartenstil

Gartenkultur begrenzt sich nicht nur auf Pflanzen, sondern betrifft auch den allgemeinen Kulturkontext, in dem sie entstanden ist. Erhabene Poesie, latente Raffinesse einfacher Naturformen, zärtliche Farbpalette – Englischer Gartenstil beinhaltet alle diese Elemente.

Entstanden ist er als eine Art Gegensatz zum Stil der französischen Königsgärten, die für ihre exquisit filigranen und ausgesprochen klare Formen bekannt waren. Englischer Gartenstil entgegnete dem Wunsch, die Natur dem Menschen zu unterwerfen, eine völlig andere Idee der ungezähmten, freilebenden Gartenkultur. Die geometrischen Linien verlieren an Relevanz, ersetzt durch fließende Übergänge, abgerundete Formen und zarte Farben.

Die Wanderwege pflastert man in der Regel mit Naturstein oder Fliesen. Auch hier hat die Natürlichkeit zentrale Bedeutung. Ein Wanderweg mag nämlich durchaus mit Gras bewachsen sein, unebene Kanten bzw. dekorative Risse haben. Auch kiesbestreute, verschlungene Gartenpfade gehören zum englischen Stil. Neben dem Haus bzw. Innenhof oder einem Brunnen seien dagegen gerade Wanderwege zu empfehlen.

Englische Gartendeko

Wie wir oben bereits bemerkt haben, heißt der englische Gartenstil nicht, dass man den Garten nicht verziert. Allerdings erfolgt diese Verzierung auf eine latente, im Einklang mit der Natur stehende Weise. Die Philosophie des Englischen Gartens (und es steht tatsächlich eine sehr aufschlussreiche Philosophie dahinter) verbindet raffinierten Aristokratismus mit leicht rebellischem Geist. Unten finden Sie die Grundprinzipien der Englischen Gartendeko aufgelistet:

  • Pflanzenvielfalt. Man pflanzt also viele Blumen, Kräuter, Sträucher und gegebenenfalls auch Bäume, ohne sich vor dem etwas chaotischen Charakter zu fürchten.
  • Respekt vor Natürlichkeit. Dabei seien klare raumgeometrischen Linien zu vermeiden, weiche Farben und Dekorationen aus natürlichen Materialien dagegen erwünscht;
  • Freiraum. Bis zu 40% eines Englischen Gartens bilden lange bzw. breite Rasenflächen. Es gibt dabei keine klaren Grenzen weder zwischen verschiedenen Gartenteilen noch darin wachsenden Pflanzen. Letztere gehen natürlich und reibungslos ineinander über.
  • Strukturelle Diversität. Mithilfe kontrastierender Schattierungen und Formen erzielt man den Effekt einer edlen, geradezu aristokratischen Raffinesse, die gleichzeitig etwas „lässig“ bleibt.

Bei der Auswahl eventueller Möbelstücke, z.B. für den Pavillon, sollte man sich am besten an den klassischen Stil richten. Tische könnten Sie mit Blumensträußen und Kompositionen aus lebenden Pflanzen schmücken. Eine schöne und stilsichere Ergänzung wären auch Textilwaren wie etwa Kissen, Decken usw.
Manchmal platziert man an den zentralen Gartenstellen einzelne Skulpturen oder Skulpturengruppen, zu denen die erwähnten Pfaden und Wanderwege führen. Solche Dekorationen sollten allerdings nicht allzu groß sein, um das ästhetische Gleichgewicht nicht zu verletzen.