Pagoden für Garten

Pagoden zwischen West und Ost – Wo Sinn und Schönheit zur Ganzheit schmelzen

Pagoden sind kultische mehrstöckige Türme oder Bauwerke, die typisch für die buddhistische (seltener hinduistische) Architektur Ost- und Südostasiens sind (China, Japan, Korea, Vietnam, Nepal). Was haben sie also mit Europa und abendländischer Gartenkultur zu tun? Ganz vieles, wie es sich herausstellt! Wie es dazu gekommen ist und was für eine Bereicherung dies für moderne Gartenliebhaber sein kann – darüber schreiben wir in unserem heutigen Beitrag über die zauberhafte Welt japanischer und chinesischer Pagoden.

Pagode Bedeutung und Symbolik

Ursprünglich dienten Pagoden als Tempel, Gedenkkomplexe oder als Aufbewahrungsorte heiliger Reliquien. Charakteristisch sind ihre mehrstöckige Bauweise, geschwungene Dachtraufen sowie ein quadratischer oder polygonaler Grundriss. Es war also (und bleibt teilweise auch heute) ein Ort für Gebete, zur Aufbewahrung heiliger Texte sowie Reliquien oder ein Memorialbau. Im traditionellen fernöstlichen Glauben schützten die Pagoden Dörfer und Städte vor Unglück verschiedener Art: Überschwemmung, Brand, Dämonen usw.
Wenn es um ihre praktische Funktion geht, so schützen diese mehrstöckigen Bauwerke (meist 3–15 Stockwerke) mit vorspringenden Dachtraufen die Holzkonstruktionen vor Regen oder anderen Niederschlägen. Außerdem spielen sie eine nicht unbedeutende Rolle als Orientierungs- und Aussichtspunkte. Ihre Höhe machte sie oft zu Landmarken, die auch als Aussichtstürme benutzt wurden.
Spricht man von der Architektur, so ist jede Ebene einer Pagoda in der Regel durch eine eigene Traufe betont, wodurch der Effekt eines ‚Daches über dem Dach‘ entsteht. Symbolisch betrachtet, ist in einer solchen Form das Prinzip der Zyklizität verankert. Pagoden gelten häufig als Symbole der Weisheit. Generell sind im Fall von diesen Bauwerken architektonische Besonderheiten mit deren symbolischer Bedeutung eng verbunden. Die folgende Tabelle macht diese Einheit von Form und Sinn sichtbar.

AspektKurzbeschreibung
MaterialienFrüher vor allem Holz, später auch Stein, Ziegel, Bronze oder Eisen – für mehr Haltbarkeit und Feuersicherheit
ZentralpfeilerInnere Säule (z. B. Shinbashira in Japan) zur Stabilisierung, besonders bei Erdbeben
ErdbebensicherheitFlexible Holzverbindungen und gestufte Bauweise machen Pagoden sehr widerstandsfähig
Symbolik der StockwerkeEbenen stehen oft für Elemente oder kosmische Prinzipien (Erde, Wasser, Feuer, Wind, Leere)
Einbindung in die UmgebungBewusste Platzierung in Tempelanlagen und Landschaft zur Betonung von Harmonie
Pagode im Teich

Große und kleine Pagoden für den Garten

Pagoden wurden in Europa erstmals im 19. Jahrhundert populär, als ein starkes Interesse an der Kultur Ostasiens aufkam. Dadurch wurden sie zu häufig genutzten Elementen im Garten‑ und Landschaftsbau.
Heutzutage sind Pagoden in Europa dekorative Elemente, die häufig in Gärten im asiatischen Stil Verwendung finden, insbesondere in Japan‑ oder Zen‑Gärten. Obwohl sie mittlerweile oft als Verzierung gelten, haben sie eine lange historische und kulturelle Tradition. Durch die Ausbreitung des Buddhismus verbreitete sich der Pagodenstil über Asien und nahm schließlich die mehrstöckige Turmform an, die wir heute kennen.
Pagoden als Gartenelement sind nicht nur große strukturierte Bauformen, sondern auch kleinere Skulpturen oder sogar Laternen, die zu unterschiedlichen Gartenstilen passen (z.B. Zen- bzw. Japan-Garten). Zu den typischen Gartenformen zählen:

  • traditionelle Gartenpagoden, d.h. klassische mehrstöckige Mini‑Bauwerke;
  • Pagoden‑Laternen, also kleinere Figuren, oft mit Platz für Lichtquellen;
  • akzentsetzende Pagoden‑Skulpturen.

Insgesamt symbolisiert eine Pagode in der modernen Gartengestaltung oft Harmonie, Balance und eine Verbindung zur Natur und werden von Feng‑Shui‑Prinzipien inspiriert.

Chinesische Pagoden aus Holz und Stein

Pagode für Garten als stimmungsvolle Dekoration

Viele Menschen betrachten Pagoden im Garten als positive kulturelle Bedeutungsträger, die Harmonie und Gleichgewicht in der Gartengestaltung fördern sowie friedlich-meditative Atmosphäre schaffen. Darüber hinaus lassen sich Gartenpagoden praktisch vielseitig einsetzen, und zwar:

  • als Stilmittel zur Betonung asiatischer Gartenkonzepte;
  • als Beleuchtungselemente, wenn man sie mit Lichtern oder Kerzen kombiniert;
  • als markante Zierelemente in der Nähe von Teichen, Wegen oder Pflanzeninseln;
  • als zentraler Blickfang im Garten.

Geht es um Materialien und Herstellung, so sind neben Holz auch Stein und Beton besonders beliebt. Vieles hängt dabei von den individuellen und dem jeweiligen Gartenkonzept ab.

Pagode Pavillon – eine praktische und anspruchsvolle Mischung

Pagoden-Pavillons sind ein unverzichtbares Element japanischer Gärten. Sie fügen sich nahtlos sowohl in das architektonische Ensemble ein. Solche Pavillons laden zu einer kontemplativen Stimmung ein, beruhigen und vermitteln Ruhe und Harmonie. Häufig eröffnet sich von ihnen ein besonders malerischer Blick auf den Garten selbst mit seinen exotischen Pflanzen, prächtigen Springbrunnen und gepflegten Wegen. In der Tradition japanischer Gärten gehört es dazu, eine landschaftliche Szene zu schaffen, die man von Pavillons oder Terrassen aus betrachten kann.
Es ist ganz natürlich, dass nicht alle in Japan verwendeten Materialien für den Bau von Pavillons in europäischen Klimabedingungen geeignet sind. Dennoch lassen sich einige Materialien harmonisch in das Gesamtbild Ihres Gartens einfügen, insbesondere natürliche Materialien wie Stein und Holz. Unabhängig davon, aus welchem Material man den Pagode-Pavillon gestalten, sollte man stets darauf achten, dass Form und Stil einheitlich bleiben.
Unabhängig von ihrer Lage im Garten sollten sich solche Pavillons selbstverständlich in die umgebende Natur einfügen und mit ihr im Einklang bleiben. Einen Pagoden-Pavillon mit sanft geschwungenen Ecken platziert man am besten am Ufer eines Teiches oder bei einem Brunnen, da der Anblick von klarem, kühlem Wasser beruhigend auf das Nervensystem wirkt.
Da ein Pagoden-Pavillon auf die Betrachtung der Natur und inneres Wohlbefinden ausgelegt ist, sollte er unbedingt über eine Holzbank verfügen. Wer möchte, kann den Aufenthalt im Pavillon komfortabler gestalten, indem man Sitzfläche und Rückenlehne mit weichem Material polstert. Anhänger eines harmonischen und einheitlichen Stils lassen die Holzdielen hingegen in ihrem ursprünglichen Zustand. Für alle, die gerne frische Luft mit Spiel und Spaß kombinieren, empfiehlt es sich, im Pavillon einen kleinen Holztisch aufzustellen, an dem man Tee trinken oder Brettspiele spielen kann.

Pagoden im Herbst

Pagodenbaum und Pagoden in Japan und China

Der Pagodenbaum (auch japanischer Pagodenbaum, Styphnolobium japonicum, früher Sophora japonica genannt) ist ein Zier- und Schattenbaum. Sein Name stammt daher, dass man ihn häufig in der Nähe von Tempeln und Pagoden in Ostasien gepflanzt hat. Seine Blüten haben ebenfalls eine sehr interessante Symbolik, die in China und Japan einige erwähnenswerte Unterschiede aufweist.

  • In der chinesischen Kultur gilt der Pagodenbaum als Symbol für Ehre und Tugend. Kulturelles Bewusstsein assoziiert ihn häufig mit dem konfuzianischen Ideal von Rechtschaffenheit und moralischer Integrität. Die anmutigen Blüten und die robuste Struktur des Baumes versteht man als Metaphern für ein gut geführtes Leben, das von ethischem Verhalten und Ehrenhaftigkeit geprägt ist.
  • In der japanischen Tradition ist der Baum hingegen unter dem Namen „Enju“ bekannt und semantisch mit Langlebigkeit und Widerstandskraft in Verbindung gebracht. Seine Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen zu gedeihen, symbolisiert Stärke und Ausdauer. Den Baum pflanzt man oft zum Gedenken an bedeutende Lebensereignisse oder Meilensteine. Er dient somit als lebendiges Zeugnis für Beständigkeit und langes Leben.

Auch bei den Pagoden-Bauten sieht die Form sowie die Bedeutung in Japan und China einigermaßen anders aus. Um dies zu verdeutlichen, haben wir für Sie eine knappe Tabelle vorbereitet.

AspektChinesische PagodenJapanische Pagoden
Architektur / FormOft hoch und massiv, teils rund oder polygonalSchlanker, klar gegliedert
BaumaterialienHäufig Ziegel und Stein, auch HolzVor allem Holz
BegehbarkeitOft begehbar, mit Treppen und PlattformenMeist nicht begehbar, reine Kultbauten
StockwerkeUnterschiedliche Zahlen, oft viele EbenenMeist ungerade Zahlen (3, 5)
KonstruktionStabil, aber weniger flexibelZentralpfeiler (Shinbashira) zur Erdbebensicherung
WirkungRepräsentativ, teils als WahrzeichenRuhig, spirituell, Teil der Tempelanlage
SymbolikSchutz, Glück, Harmonie, Feng-Shui-BezugBuddhistische Kosmologie, fünf Elemente
FunktionReligiös + auch weltlich (Landmarke, Aussicht)Vor allem religiös-symbolisch
Pagoden im asiatischen Garten

Wie Pagoden Buddhismus und fernöstliche Philosophie prägen

Obwohl Pagoden heute als untrennbares Element der Dekoration eines japanischen Gartens gelten, stammen sie ursprünglich nicht aus Japan, sondern aus dem alten Indien, welches das Fundament der buddhistischen Religion bildet (Buddha bzw. Siddhartha Gautama war ja ein Inder). Sie orientieren sich architektonisch auf die Bauweise von Stupas (heilige buddhistische Bauwerke in Indien und Nepal). In diesem Land dienten solche Gebäude zur Aufbewahrung heiliger Reliquien sowie der sterblichen Reste der Herrscher. Zuerst waren sie nicht so hoch, wurden aber mit der Zeit in die Länge gezogen, bis sie die Form eines Turms annahmen. Auch symbolisch und kulturell haben Pagoden eine tiefe Verbindung zum Buddhismus und prägen sowohl seine Praxis als auch seine Philosophie auf mehreren Ebenen.

  • Zyklen des Lebens. Die gestufte, wiederholende Bauweise spiegelt das buddhistische Prinzip von Kreisläufen und Wiedergeburtskreisen (Samsara) wider.
  • Kosmisches Zentrum. Eine Pagode symbolisiert die Verbindung zwischen Himmel und Erde, den Weg zur Erleuchtung des Bewusstseins.
  • Universum in seiner harmonischen Vielfalt. Viele Pagoden repräsentieren die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Leere) oder die Erleuchtungsstufen der Erleuchtung.

Darüber hinaus funktionierten Pagoden bis heute auch als Ritual- und Gebetsräume bzw. Orte der Meditation oder Andacht (nicht immer bzw. nicht für jede Person begehbar). Morale Botschaft, die sie mit sich tragen, besteht in der Inspiration für ein bewusstes ethisch geprägtes Leben. Stabilität, Harmonie und einwandfreie Ästhetik der Pagoden spiegeln buddhistische Ideale wie Ausgewogenheit, Geduld, Achtsamkeit und Einsicht in die wahre Natur der Dinge wieder. Im gewissen Sinn zeigen sie den Weg zu einem tugendhaften Dasein.

Wo und wie kann man Pagoden kaufen?

Die Auswahl an Pagoden ist in der modernen Gartenbranche sehr breit. Man kann unterschiedlichste Varianten von Pagoden, Pagoden-Pavillons sowie dekorativen Pagoden‑Figuren in verschiedenen Onlineshops finden. Viele Händler bieten unterschiedliche Größen und Materialien an, von kleinen Terrakotta‑ oder Beton‑Dekorationen bis zu größeren Stein‑ oder Faser‑Clay‑Skulpturen, die deinen Garten im asiatischen Stil verschönern können. Tipp: Sie müssen sich nicht unbedingt an deutsche Quellen orientieren, denn auch bei unseren Nachbarn, z.B. in Polen, lassen sich mehrere wunderschön designierte, aus hochwertigen Materialien geschmackvoll hergestellte Gartenpagoden kaufen. Paar Tipps:

  • achten Sie auf Material und Wetterbeständigkeit, wenn die Pagode dauerhaft draußen stehen soll;
  • viele Shops liefern ihre Gartenprodukte innerhalb der EU, sodass man sie auch aus Deutschland bequem bestellen und in kurzer Zeit bekommen kann.

Alles in allem, sind Pagoden nicht nur dekorative Elemente, sondern bringen asiatisch geprägte Harmonie und Ruhe in jeden Garten. Mit der richtigen Auswahl an Material, Größe und Standort lassen sie sich optimal in die Umgebung einfügen und schaffen einen Ort der Besinnung und Ästhetik.

Pagoden als Pavillon

FAQ – Fragen, die man zu Pagoden im Garten oft stellt

Was ist eine Pagode?

Unter einer Pagode versteht man ein mehrstöckiges turmartiges Bauwerk aus der asiatischen Architektur, oft als Tempel, Denkmal oder Gartendekoration verwendet.

Aus welchem Material bestehen Gartenpagoden?

Gartenpagoden gibt es aus Holz, Stein, Beton, Terrakotta oder Faserclay, je nach gewünschtem Stil und der angeforderten Witterungsbeständigkeit.

Warum sollte man für einen Hausgarten eine Pagode kaufen?

Pagoden eignen sich nicht nur für größere Gartenkomplexe, sondern durchaus auch für Privatgärten. Auf dem heutigen Markt findet man mehrere kleinere Pagoden, die sich perfekt in ein intimeres Gartenbild einfügen.

Wo sollte eine Pagode im Garten stehen?

Idealerweise an einem ruhigen Platz, z. B. am Teich, Brunnen oder auf einer Terrasse, wo sie sich mit der sie umgebenden Natur harmoniert.

Kann eine Pagode als Pavillon funktionieren?

Ja, natürlich! Für die Erweiterung des Komforts können Sie eine solche Pavillon-Pagode durch eine Holzbank bzw. einen kleinen Tisch ergänzen. Um stilistische Einheit zu bewahren, empfiehlt sich naturbelassenes Holz.

Welche Wirkung haben Pagoden im Garten?

Sie schaffen Ruhe, fördern Kontemplation, symbolisieren Harmonie und bereichern die Gartengestaltung mit asiatischem Flair.

Sind Pagoden wetterfest?

Das hängt vom Material ab. Stein, Beton oder Faserclay sind sehr wetterbeständig, während Holz eine regelmäßige Pflege fordert, um Feuchtigkeit und Schäden zu vermeiden.